August 2014

Mittwoch, 26. August 2014

Das Leben geht weiter...

 

...und abgesehen davon, dass bei uns momentan in allen Belangen irgendwie der Wurm drin ist, gab es doch am Wochenende zumindest ein paar neue Bekanntschaften. Wo sich eine Tür schließt, geht eine andere auf.

 

Am Sonntag waren wir in Köln auf der Rennbahn. Das Wetter war schön sonnig, stellenweise sogar warm, fast wie Urlaub. Clay sollte nochmal gucken, wie die Bahn so aussieht, nachdem er jetzt lange Trainingspause einlegen musste und Mitte September in Köln starten soll.

 

Ich hab das dann gleich mal mit inspiziert. Clay lief gar nicht so übel - aber das haben wir auch schon mal besser gesehen. Von Zeiten brauch ich hier nicht zu reden. Ich durfte ja auch auf die Bahn, aber das rein für den Spaß. Zeiten sind Schall und Rauch und auch, wenn ich vermutlich mit der langsamste Whip auf der Bahn war, war ich doch mit Sicherheit der, der am meisten Gaudi hatte. Es war HERRLICH - vor allem mein erster Lauf ohne Maulkorb mit dem anschließenden Kill des "Hasens". Das war ein ganz tolles Hasi so richtig mit Fell. Ich hab es sowas von tot geschüttelt, es war eine helle Freude.

 

Unser Besuch auf der Kölner Bahn diente neben unserer Bespaßung aber in erster Linie auch dazu, Clay nochmal vor dem Rennen der Frau Dr. Eul-Matern vorzustellen, um sicher zu sein, dass mit ihm alles in Ordnung ist und er rennen darf. Die Lymphknoten werden immer noch ohne findbare Auslöser dick und nach einem Überschlag neulich auf der Wiese wollten wir lieber nochmal die Wirbelsäule und die Schulter checken lassen. Die gute Nachricht: Clays Schulter ist nun super und von einer Blockade nichts mehr zu spüren. Die nicht so gute Nachricht: auch Dr. Matern konnte nicht sicher sagen, was mit den Lympfknoten ist, hat uns aber empfohlen, mal ein Blutbild anfertigen zu lassen. Ich war erst mal echt irritiert, weil ich dachte, die wollen Clay jetzt Blut abzapfen und dann damit malen. Aber ganz so drastisch isses dann doch nicht. Zum Glück. Blutbild heißt es wohl nur, wenn man Blut abzapft und das dann auswertet (z.B. Entzündungswerte ausliest, oder Muskelwerte oder Nierenwerte - also man kann über das Blut wohl fast alles irgendwie auswerten was im Körper vor sich geht - schaun wir also mal). Die schlechte Nachricht: Clay hatte tatsächlich einen blockierten Wirbel, das sogenannte ISG (Ilio-Sakral-Gelenk - der Bauer sagt Kreuz dazu). Dr. Matern hat das aber wieder gerichtet. Wir hoffen nun, dass Clays Zeiten vom Training also durch diese Problematik zu erklären sind und er dann in drei Wochen die Kölner Bahn rockt.

 

Ein toller Nebeneffekt unserer Bahnaudienz war, dass wir ein paar liebe Leute kennen gelernt haben. Es war ein echt lustiger Nachmittag mit tollen Menschen und tollen Whippets. Sowas sollten wir echt mal wieder öfter machen. Ich votier dafür!

 

Abgesehen von diesen Live-Treffen hat die Chefin auch hier über das Internet neue Windhundbekanntschaften gemacht. Und dabei stellte sich doch glatt raus, dass eine ganz liebe Frau, die Elke Ott, den Clay beim Kölner Rennen an Ostern fotografiert hat. Die dürfen wir Euch nicht vorenthalten. Wir sagen ganz ganz lieben Dank an Elke und freuen uns schon, sie beim nächsten Rennen in Köln zu treffen.

 

Heitere Grüße

Euer Dobby

Samstag, 23. August 2014

Traurige Neuigkeiten

 

Die letzten Tage waren sehr traurig. Clay und ich waren ziemlich durch den Wind und wussten gar nicht, was mit der Chefin los ist. Der ist ordentlich Wasser aus den Augen gelaufen und sie hat ganz doll geschnieft. Mittlerweile ist es zum Glück wieder etwas besser und wir haben auch rausgefunden, was eigentlich los war: unsere kleine Familie hat ein Mitglied verloren: Chess ist leider über die Regenbogenbrücke gegangen.

 

Alles fing vor einigen Tagen an. Da war die Reitbeteiligung von Chess - Angela - hier und hat genauso wie die Chefin geschnieft. Die beiden haben lange die Köpfe zusammen gesteckt und viel diskutiert. Aber wir hatten alle gehofft, dass Chess noch ein bisschen bei uns bleibt. Nun kam am Mittwoch Abend leider ein weiterer unschöner Anruf von Angela, dann hat die Chefin ganz viel telefoniert und wieder ganz viel geschnieft. Am Donnerstag Abend kam die Chefin dann mit ganz roten Augen etwas später als sonst nach Hause und musste - weil ihr Gesicht nicht so schön war - auch gestern zuhause bleiben. Was war passiert? Das hat uns die Chefin dann gestern alles erzählt.

 

Chess, unsere schwarz-weiße Paint-Stute kam vor 16 Jahren auf die Welt. Zuerst dachte die Chefin, das eine Woche alte Fohli wäre ein kleiner Hengst, weil sie die Nabelschnur noch unter dem Bauch hatte. Sie hat sich sofort in das Fohlen verliebt und lange mit dem Züchter verhandelt, bis sie endlich die Zusage bekam, dass das Minipferd bald zum Familienmitglied werden sollte.

 

Ein Name war schnell gefunden: Chess - schwarz-weiß wie ein Schachbrett und als offizieller Name wurde "The Kings Game" - Das Spiel der Könige - eingetragen. Irgendwie war das passend.

 

Mit einem halben Jahr kam Chess von ihrer Mama weg und die Chefin war nun für das kleine Pferd zuständig. Die nächsten zwei drei Jahre wurde Chess betüddelt und ausgebildet, um irgendwann mal einen Reiter zu tragen. Also lernte Chess vieles in Sachen Bodenarbeit und über Stangen zu gehen und brav stehen zu bleiben, über Planen zu gehen und und und.

 

Recht spät für ein Pferd, so etwa mit vier Jahren kam dann der Sattel aufs Pferd und die Ausbildung ging weiter. Aber Chess war irgendwie anfangs kooperativ, dann aber ein wenig ungestüm und die Chefin befürchtet mehr als ein Mal, als Abziehbild an der Wand zu landen, wenn Madame mal wieder auf die Idee kam, wie von der Tarantel gestochen durchzugehen. Die Chefin stieg also ab und überließ für ein halbes Jahr die Zügel einer guten Freundin, die Chess sogar die Basics für Reining beibrachte. Aber ein Turnierpferd sollte unser Indianderpferd nie werden. Die Chefin hat immer wie Espenlaub gebibbert, wenn sie in eine Prüfung reiten sollte, also hat sie das besser sein lassen. Dabei hatte Chess immer richtig Spaß an Trail und war echt saugut darin.

 

Glücklich und zufrieden ging einige Zeit ins Land, bis Chess mit sechs Jahren leider schwer an wiederkehrenden Augenentzündungen auf beiden Augen erkrankte. Es bestand schon die Befürchtung, dass sie diese Geschichte nicht überleben würde. Aber ein Hoffnungsstrohhalm blieb und so fuhr die Chefin mit dem Pferd nach München zur LMU, wo Chess operiert wurde. Bereits kurz nach der OP ritten Chess und Chefin ohne Sattel und Trense nur mit Halfter und zwei Stricken durch den Englischen Garten. Chess war über den Berg, das Augenlicht gerettet. Und sie hatte von der Ärztin einen neuen Spitznamen bekommen: Fedde Schnägge - leichtes Übergewicht, die Gute ;-)

 

Aber ansonsten war die Ärztin total begeistert von unserer Painterine. Denn selten hatte sie ein Pferd gesehen, was so stoisch jede Augenuntersuchung ohne ein Zucken über sich ergehen ließ. Und so durften alle Studenten, die in der Augenabteilung ausgebildet werden sollten, Chess untersuchen. Die Chefin war sehr stolz auf die Schwarz-Weiße.

 

Jetzt folgten einige schöne, lockere und wundervolle Jahre. Allerdings auch vor allem in den letzten vier Jahren einige private Veränderungen, so dass die Chefin beschloss, das Reiten an den Nagel zu hängen. Daisy verließ uns und wechselte die Familie und Chess bekam diese supi-dupi Reitbeteiligung Angela, die sich um unsere fedde Schägge kümmerte, wie um ihr Baby. Eine bessere Betreuung hätte Chess nicht haben können.

 

Seit zwei Jahren hatte unsere Große leider immer mal wieder die Füße weh. Mal mehr mal weniger. Dann ging es mal wieder ne Zeit lang gut. Es wurden ganz viele Untersuchungen gemacht, der Schmied gewechselt, dann sogar auf Barhuf umgestellt. Chess bekam Kräuter, Globuli, Ruhe, gezielte Bewegung mit Muskelaufbau und immer wieder musste der Arzt kommen. Letztes Jahr stellte sich dann heraus, dass sie unter chronischer Hufrollenentzündung litt, bedingt wohl durch die dämliche Zucht, die massive Pferde mit mini-Füßen hervorbrachte, Pferde wie Chess eben. 580kg auf vier Ponyhufen. Das kann doch nicht gut sein.

 

Letztich war es das auch nicht. Denn letzten Mittwoch erhielt die Cheifn die Mitteilung, dass zu der bestehenden Problematik nun auch noch eine hochgradige Entzündung des Hinterbeins sowie ein Hufreheschub hinzukam. So beschlossen die Chefin und Angela, Chess von ihren Schmerzen zu erlösen. Am Donnerstag war es dann schon so weit und unser Indianerpferd trat ihre letzte Reise über die Regenbogenbrücke an.

 

Der Arzt war ganz toll und die Atmosphäre sehr ruhig und stressfrei und Chess schlief friedlich ein. Jetzt läuft sie sicher auf Wolken und ihre Füße tun ihr nicht mehr so weh. Wir sind sehr traurig, aber gleichzeitig wissen wir, dass es für unsere Maus das Beste war.

 

Run Free, Chess

(17.6.1998 - 21.8.2014)

Die nachfolgenden Bilder entstanden wenige Minuten vor ihrer letzten Reise. Wir sehen uns wieder, Große....

 

Sonntag, 17. August 2014

Ich fahr so gerne Rad...

 

Ich fahr so gerne Rad,

wenn die Sonne scheint,

die Winde wehn,

und die anderen dumm an der Ampel stehen,

dann tret ich ins Pedal

und sage, ihr könnt mich mal

alle überholen, das ist mir egal,

denn ich fahr so gerne Rad...

 

Und ich sage Euch, der Typ, der das hier gedichtet und gesungen hat, hat gelogen!!! Heute morgen schien die Sonne. Und die Winde haben auch ordentlich geweht. Aber ich Dämel hab gebettelt, dass die Chefin mich auch mitnimmt, als sie mit Clay zum Radfahren aufbrechen wollte. Hätt ich doch nur ihre Aufforderung beherzigt und wäre wieder zum Chef unter die Bettdecke gekrabbelt. So zog sich Chefin einen komischen Hut auf, schnappte sich Clays Leine und klein Clay und nach meinem Gebettel dann auch mich und holte das Fahrrad aus dem Keller. Aufgestiegen und los ging´s.

 

Clay ist da voll der Workoholic. Der ist total begeistert vom Radfahren und trabt brav und wie ein Uhrwerk neben dem blöden Drahtesel her. Ich war mehr von der gemütlichen Fraktion uns wollte es langsam angehen lassen. Das wurde aber leider nicht toleriert. Als wir dann Fahrt aufnahmen, trabte Clay immer noch locker nebenher. Ich hingegen war diese Gangart nicht gewohnt und fiel in einen lockeren Galopp. Auch das wurde jedoch von der Chefin nicht gutgeheißen. Somit leistet ich brav der Aufforderung "laufen" Folge und ließ mich in einen schnellen Trab zurückfallen. Das war ziemlich anstrengend. Über ein kurzes Stück Straße ging es dann auf den Feldweg. Chefin löste die Leinen. Endlich. Dann konnten Clay und ich mal bummeln - dachte ich. Naja, ich machte das auch. Clay der Streber trabte weiter bei der Chefin bei Fuß.

 

Obwohl Chefin nach mir rief, bummelte ich lieber weiter. Uiii - keine gute Idee. Nachdem Chefin ein paar Mal Befehl zum Bei-Fuß erteilte und ich immer noch hinterherzockeln wollte, kam ich wieder an die Leine, um zu lernen, dass ich beim Fahrradfahren bitte immer schon an ihrer grünen Seite zu bleiben habe. Fand ich ziemlich doof.

 

Da die Chefin dummerweise das Handy vergessen hatte mitzunehmen und wir durch mein Gezockel ein paar Minuten 'Verzug hatten, kam uns der Chef als Suchtrupp hinterher, weil er schon dachte, es wär was passiert. Aufgrund der Witterung der letzten Tage hatte die Chefin nämlich eigentlich damit gerechnet, dass wir eine kürzere Strecke nehmen würden und nur iene halbe Stunde unterweg wären. So wurden es lange 40 Minuten. Oh Mann, ich sag Euch, ich war froh, als wir endlich wieder zuhause waren. Wenn  Chefin nun also das nächste Mal vorschlägt, dass ich besser mit dem Chef im Bett liegen bleibe, ich glaub, dann werde ich das auch tun. Rad fahren ist echt nicht meins.

Geräderte Grüße

Euer Dobby

Samstag, 9. August 2014

Ach du grüne Neune!!!

 

Hab ich echt schon einen Monat nichts mehr von mir hören lassen? Uijuijui - das ist bestimmt das Sommerloch!!!

 

Was gibt es Neues? Ehrlichgesagt nicht viel - woher auch. Wir haben keine Ausstellung mehr besucht und auch Rennen für Clay waren tabu. Clay ist aber nunmehr wieder fit, die Lymphknoten wieder ganz normal und der Trainingsbetrieb hat wieder begonnen. Erste Balltrainings verliefen viel versprechend. Ich trainier da zwar mit, aber die Chefin schimpft dann immer mit mir. Ich find es nämlich total super, dem Ball hinterherzuhechten, aber mit dem Zurücktragen hab ich es nicht so. Da kann es schon mal sein, dass ein Mauseloch meine volle Aufmerksamkeit fordert und da ist so ein Ball im Weg. Was dann dazu führt, dass die Chefin über die ganze Wiese eiern muss, um den blöden Ball wieder zu finden. Was weiß denn ich, wo ich den dann verloren hab. Clay ist da ein echter Streber. Der bringt das Bällchen voll Speed zur Chefin zurück und hechelt dann danach, dass der Ball schnell wieder in der Schleuder landet und geworfen wird. Mal sehen, ob Clay bis September wieder topfit und austrainiert ist, so dass er in Köln an den Start gehen kann.

 

Seit zwei Wochen haben Chef und Chefin nun Urlaub. Das ist super - wir haben die Menschen die ganze Zeit mehr oder minder für uns und sind viel im Garten. Leider sind unsere Leute aber auch arg beschäftigt. Laufend wird irgendwas gebaut oder aufgeräumt, umdekoriert, Hecken geschnitten oder neues Grünzeugs gepflanzt. Mann Mann Mann - hat sich echt gut was optisch verändert bei uns. Wir haben jetzt sogar endlich einen neuen Zaun mit neuem Gartentor vorne vor dem Haus. Das alte Teil fiel schon aus den Angeln. Schick ist es geworden, wenngleich etwas stabiler und undurchsichtiger wie das alte Teil. Wir haben jetzt auch einen riesigen neuen "Blumenkasten" vor dem Haus - mal kurz über die gesamte Vorgartenlänge von 8,50m. Also ein echt dezentes Bauwerk ;-)

 

Gestern bekamen wir dann auch noch Besuch von den Schwiegerleuten. Clay war wie immer voll aus dem Häuschen. Heute haben wir dann eine schöne Wandertour von knapp 10km gemacht. Kurz vor Schluss hab ich im Feld was herrlich stinkendes gefunden. Ich MUSSTE mich einfach ausgiebig darin wälzen. Komisch, dass die Chefin mich dann nur noch betitulierte mit "Schweinehund", "Stinkmorchel" und ähnlich Charmantem. Naja, mein Abend endete somit mal kurzerhand in der Badewanne. Jetzt dufte ich wieder und kann getrost ins Bett gehen. Ich bin nämlich platt und der Rest der Familie auch.

 

Ich gelobe Besserung. Auch, wenn das Sommerloch uns fest im Griff hat, werde ich sicherlich bald wieder Neues berichten. Manchmal ist das Leben eben einfach langweilig ;-) Vielleicht sollte ich mal informative oder kritische Themen unter die Lupe nehmen und meine Tagebucheinträge etwas politischer gestalten. Aber momentan finde ich, dass es von diesem Politikkram schon genug in der (Whippet)Welt gibt. Mal sehen, ob ich mich hier einreihen möchte. Da schlaf ich noch ne Nacht drüber.

 

Bis dahin - es grüßt:

Euer Dobby