Ein auf den normalen Erhaltungsbedarf eines Hundes ausgerichtetes Futtermittel beinhaltet zur Deckung des Nährstoffbedarfs des Tieres maximal 26 % Proteine sowie etwa 36 % Kohlenhydrate und 38 % Fett; daneben auch Vitamine, Spurenelemente, Elektrolyte und Ballaststoffe.

Proteine [Bearbeiten]

Die in das Futter eingearbeiteten Proteine können sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein, wobei die tierischen Proteine als höherwertig eingestuft werden: sie sind für den Hund als Fleischfresser besser verdaulich. Häufige tierische Proteinquellen sind: Rind, Huhn, Geflügelnebenprodukte, Geflügelmehl, getrocknete Eier, Fisch, Fischmehl, Fleischmehl, Knochenmehl und Fleischnebenprodukte.

Als „tierische Nebenprodukte“ werden Inhaltsstoffe bezeichnet, in die neben dem namensgebenden Hauptinhaltsstoff sekundäre Produkte beigefügt sind (als Geflügelnebenprodukte werden zum Beispiel die Kadaverteile geschlachteten Geflügels bezeichnet, wenn sie Knochen, Köpfe, Füße oder Eingeweide enthalten). Laut der EU Verordnung Nr. 1069/2009 müssen sie der Kategorie 3 entsprechen.

Als pflanzliche Proteinquellen werden verwendet: Maiskleber, Sojaprodukte, Luzernegrünmehl, getrocknete Bierhefe, Lein­samenmehl und Weizenkeime.

Wichtig ist bei der Beurteilung des Proteingehalts nicht allein der prozentuale Anteile der Proteine, sondern zusätzlich auch die Qualität und somit die Verdaulichkeit der Proteine.

Kohlenhydrate [Bearbeiten]

Bei den verwendeten Kohlenhydraten wird prinzipiell zwischen Verdaulichen und Unverdaulichen unterschieden. Hauptquelle der verdaulichen Kohlenhydrate sind verschiedene Zubereitungen von Mais, Reis, Weizen, Hafer, Gerste, Möhren, Leinsamen, Melasse, Erbsen und Kartoffeln. Die Kohlenhydrate liegen im Futter im Allgemeinen als Stärke vor. Die Qualität der verwendeten Kohlenhydrate lässt sich sehr gut an Kotmenge und Kotkonsistenz messen. Geringe Kotmengen, wenig Gasbildung und eine optimale Konsistenz des Stuhls sind ein Indikator für gut verdauliche und gut aufbereitete Kohlenhydratquellen.

Die im Futter vorliegenden Faserstoffe sind für die normale Funktion des Magen-Darm-Traktes als Rohfasern essentiell. Verarbeitet werden hierfür Rübenschnitzel, Reiskleie, Apfel- und Tomatentrester, Erdnussschalen, Zitrustrester, Hafer- und Weizenkleie sowie Zellulose.

Fette [Bearbeiten]

Neben ihrer Eigenschaft als Energielieferant beinhalten die Futterfette essentielle Fettsäuren und wirken als Geschmacksverbesserer. Aus dem Gewebe von Säugetieren und Geflügel werden tierische Fette gewonnen, deren Fettsäureanteil bei mehr als 90 Prozent liegt. Die im Hundefutter am häufigsten verwendete Fettart ist Geflügelfett. Für Hundenahrung verwendete Pflanzenfette müssen die gleichen Eigenschaften wie die tierischen Fette aufweisen und stammen normalerweise von Soja-, Saflor- oder Maispflanzen.

Weitere Inhaltsstoffe [Bearbeiten]

Wie jedes Säugetier benötigen Hunde zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Gesundheit Vitamine, Mengenelemente und Spurenelemente. Daneben werden Antioxidantien und seltener auch Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Haltbarkeit des Produktes zu gewährleisten. Antioxidantien können künstlicher Herkunft (EWG- Zusatzstoffe) oder natürlicher Quelle (z. B. Vitamin E) sein.

Alters- und bedarfsentsprechende Fütterung [Bearbeiten]

Umstrittener Grundsatz: Menschenessen ist kein Hundefutter

Entsprechend den sich mit zunehmendem Alter verändernden Anforderungen werden Hundefuttermittel in unterschiedlicher Zusammensetzung angeboten. Das Spektrum reicht von Welpenfutter über Junior- und Erwachsenennahrung hin zu Futtermitteln für ältere Hunde (Seniorfutter). Weiterhin existiert ein breites Angebot an Spezialfuttermitteln, die rein medizinischen Zwecken dienen sollen. Als Beispiele seien hierfür Diäten für übergewichtige Hunde genannt, Nierendiäten, Leberdiäten, Unterstützungsfuttermittel zur Auflösung von Harnsteinen (Urolithiasis), Rekonvaleszenzdiäten, Milchaustauscher und diveres andere Nahrungsergänzungsmittel.

Bei einer ausschließlichen Ernährung von Hunden mittels Speiseresten kann der Bedarf der Tiere an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Mengenelementen und Spurenelementen nur unter Supplementierung dieser Bestandteile erfolgen. Bei einem dauerhaften Unterangebot der genannten Stoffe kommt es andernfalls zur Ausprägung von Mangelerkrankungen.

Frisches Lammfleisch (70 %), Reis, Lammfett, Lammfleischmehl, frischer Fisch (getrocknet), Lachsöl, Apfel (getrocknet), Bierhefe (getrocknet), kaltgepresstes Leinsamenöl, kaltgepresstes Olivenöl, Grünnlippmuschel-Extrakt, Mariendistelsamen, Fenchelpulver, Sarsaparillewurzel, Sellerie, Artischocke, Kapuzinerkresse, Kamille, Löwenzahn, Enzianpulver, Yucca, Kaliumchlorid.

 

Fisch ist eine hervorragende Quelle für Eiweiß, essenzielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Er gilt als leichtverdaulich. Aus der Inhaltsstoffbezeichnung “frischer Fisch” geht nicht hervor, welche Fischarten dem Futter zugesetzt wurden.

Lachsöl wird ausschließlich aus Lachsen gewonnen, gereinigt und konzentriert. Es enthält ca. 30 % Omega-3-Fettsäuren, welche sich aus ca. 18 % Eicosapentaensäure, EPA, und 12 % Docosahexaensäure, DHA zusammensetzen, welche das Blut flüssig und Gefäßwände elastisch halten, so dass sie sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Es soll beim Hund Juckreiz-lindernd wirken.

Ein Apfel enthält bis zu 30 verschiedene Vitamine und Spurenelemente, außerdem viel Kalium, Phosphor, Calcium und Magnesium. Er ist kalorienarm und liefert durch seinen Fruchtzucker schnell Energie.

Die Bierhefe ist ein Hefepilz, der Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe enthält. Sie wirkt positiv auf die Haut und stärkt das Bindegewebe.

Leinsamenöl wird aus dem Samen des Flachses gewonnen und enthält viele Fettsäuren, darunter eine große Menge Omega-3-Fettsäure.

Olivenöl enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, u. a. Linolsäure. Der Hauptbestandteil ist aber Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure

Mariendistelsamen sind Samen aus der Blüte der Mariendistel. Mariendisteln enthalten als Hauptwirkstoff Silibinin, das in der humantherapeutischen Anwendung zum Leberschutz verwendet wird. Silibinin soll die Zellmembranen der Leberzellen stabilisieren können und so dazu beitragen, dass Giftstoffe gehindert werden, in die Leber zu gelangen. Gleichzeitig soll der Gallenabfluss aus der Leber angeregt werden.  

Fenchelpulver ist ein Naturheilmittel. Fenchel enthält eine ganze Reihe verschiedener Inhaltsstoffe, u. a. ätherische Öle und einige Mineralstoffe. Fenchel wirkt beruhigend auf den Darm und antibakteriell.

Sarsaparillewurzel enthält neben anderen Wirkstoffen hauptsächlich Saponine. Saponine, die beispielsweise auch in Kartoffeln vorkommen, sind Abwehrstoffe in Pflanzen. Sie regen z. B. den Speichelfluss an und sollen auch antibakteriell wirken. Im Darm können sie die Verdaulichkeit anderer Rohstoffe erhöhen. Darüberhinaus sollen sie auch entzündungshemmende Eigenschaften haben. 

Sellerie enthält wie Fenchel auch einen hohen Anteil ätherischer Öle. Diese können durch ihre antibakteriellen Eigenschaften die mikrobielle Flora im Mund. und Darm positiv beeinflussen, und u. a. durch eine Steigerung der Magensäureproduktion zuu einer verbesserten Verdaulichkeit des Futters beitragen. Daneben enthält Sellerie einige Vitamine und Mineralstoffe. Auch der Geschmack des Futters kann durch Sellerie positiv beeinflusst werden.

Artischocken enthalten den Stoff “Cynarin”, der stimulierend auf die Leber wirken kann, so dass es zu einer vermehrten Produktion und Ausschüttung von Galle in den Darm kommt. Artischocken können demnach verdauungsfördernd wirken.

Kapuzinerkresse enthält wie die meisten Kressearten Senföle. Das hier enthaltene Benzylsenföl wirkte wie alle Senföle antimikrobiell.

Kamille lindert innerlich Verdauungsbeschwerden, äußerlich ist sie entzündungshemmend.

Löwenzahn ist eine süßlich-schmeckende Pflanze, die zur besseren Akzeptanz des Futters beitragen kann. Er wirkt entschlackend.

Enzianpulver ist getrockneter Enzian. Enziane enthalten Bitter- und Gerbstoffe, die die Sekretion im Darm anregen und so zu einer verbesserten Verdauung führen können. Ebenso wirken Gerbstoffe antimikrobiell und regen die Durchblutung an.

Yucca Schidigera ist eine Palmenart, die einen hohen Anteil an Saponin hat. Saponine sind chemische Verbindungen, die entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkungen haben und somit im Darm eine “entgiftende” Wirkung haben können. Ebenso sind sie schaumbildend (vergleichbar mit Seifen) und können u. U. zu einer Entschlackung von Giftstoffen im Darm beitragen und helfen, ein optimales pH-Milieu zu etablieren.

Kaliumchlorid besteht aus den Mengenelementen Kalium und Chlorid. In der Lebensmittelindustrie ist es als Zusatzstoff E 508 bekannt und wird zum Verfestigen von Lebensmitteln und als Geschmacksverstärker verwendet. In Infusionslösungen liefert es die nötigen Stoffe.

 

Die zugesetzten Eier sind vermutlich Hühnereier, da nichts anderes deklariert ist. Da sie ganz und getrocknet verarbeitet wurden, ist davon auszugehen, dass auch die Eierschalen Bestandteil sind. Eier liefern wertvolles, hochwertiges Eiweiß, Fettsäuren und Mineralstoffe und Vitamine. Eierschalen bestehen zu gr0ßen Teilen aus Calciumverbindungen, die in zermahlener Form im Darm resorbiert werden können und daher als Calciumlieferant dienen.

Getrocknete Bierhefe ist wie der Name sagt ein Endprodukt der Bierherstellung. Die übrig gebliebenen Hefepilze werden getrocknet und sind extreme Eiweißspender. Außerdem beinhalten sie u. a. viel Vitamin-B, Folsäure und Biotin. Die Bierhefe hat somit positiven Einfluss auf Fell, Haut, Bindegewebe und Stoffwechsel.

Lachsöl wird ausschließlich aus Lachsen gewonnen, gereinigt und konzentriert. Es enthält ca. 30 % Omega-3-Fettsäuren, welche sich aus ca. 18 % Eicosapentaensäure, EPA, und 12 % Docosahexaensäure, DHA zusammensetzen, welche das Blut flüssig und Gefäßwände elastisch halten, so dass sie sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken.

Mineralstoffe sind Nährstoffe, die der menschliche und tierische Organismus nicht selbst herstellen kann. Man unterscheidet Mengen- und Spurenelemente, wobei Spurenelemente nur in ganz geringen Dosen im Körper vorkommen und benötigt werden. Mengelemente sind z. B. Calcium oder Magnesium. Spurenelemente z. B. Eisen, Jod, Zink.

Pflanzen bestehen zu einem großen Teil aus Zellulose, welche sich zu Fasern zusammenlegt. Diese Pflanzenfasern geben der Pflanze Halt, so dass sie aufrecht wachsen kann. Katzen und Hunde können Zellulose nicht im Darm aufspalten und verdauen. Aus diesem Grund ist sie ein Ballaststoff.

Natriumchlorid ist der chemische Name für Kochsalz. Natrium und Chlorid gehören zu den essenziellen Mengenelementen. Kochsalz wird v. a. zum Würzen und Konservieren benutzt.

Kalziumcarbonat ist ein Lebensmittelzusatzstoff (E 170), der als weißer Farbstoff eingesetzt wird oder als Trennmittel (damit z. B. geriebener Käse nicht verklebt) bzw. Säureregulator (z. B. beim Entsäuern von Wasser).

Seealgen bzw. Tang enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine – u. a. Jod – weswegen Seealgen z. B. auch im Katzen-BARF als Jodlieferanten verwendet werden. Prinzipiell kann der Gehalt an Jod allerdings sehr hoch sein, daher sollte dieser Rohstoff mit Bedacht eingesetzt werden. Der Gesamt-Jodgehalt des hier vorliegenden Futters ist absolut im Optimalbereich.

Moosbeeren (englisch: Cranberries, gehören zu der Gattung Heidelbeere) enthalten Antioxidantien und sollen auch antimikrobiell und antientzündlich wirken können. Wissenschaftlich sind viele dieser Wirkweisen jedoch noch nicht genau erforscht und nachgewiesen. Durch ihre Inhaltsstoffe kann sie möglicherweise auch konservierend auf das Futter wirken.

DL-Methionin ist künstlich hergestelltes Methionin (Aminosäure), welches v. a. in der Hühnerfütterung als Nährwertsteigerer eingesetzt wird. In der Kleintiermedizin wird es z. B. als Paste verabreicht, um bei Struvitsteinen den Harn anzusäuern, damit sich diese auflösen.

Kaliumchlorid besteht aus den Mengenelementen Kalium und Chlorid. In der Lebensmittelindustrie ist es als Zusatzstoff E 508 bekannt und wird zum Verfestigen von Lebensmitteln und als Geschmacksverstärker verwendet. In Infusionslösungen liefert es die nötigen Stoffe.

Zitrusextrakt wird aus Zitrusfrüchten gewonnen. Diese enthalten u. a. Flavonoide.

Rosmarinextrakt wird aus Rosmarin gewonnen. Dieses ist ein natürlicher Konservierungsstoff, der u. a. gegen Keime wirksam sein soll.

 

Hundedomestizierung

Hund mehr Vegetarier als Wolf

Tim Haarmann

Vor ungefähr 10 000 Jahren wurde der Wolf domestiziert und als Hund zum "treuesten Freund des Menschen". Wie sich die Domestizierung vollzog, ist bis heute unklar. Möglicherweise züchtete ihn der sesshaft werdende Mensch zum Schutz seiner Wohnstätten und zur Jagd. Eine alternative Hypothese geht davon aus, dass sich der Wolf quasi selbst gezähmt hat: In der Nähe zum Menschen hatten jene Wölfe Vorteile, die vom Menschen hinterlassene Abfälle aus Getreideprodukten am besten verwerten konnten. Eine Forschergruppe um Erik Axelsson von der University of Uppsala in Schweden hat nun genetische Hinweise für diese Hypothese gefunden.

Die Forscher suchten nach Abschnitten im Erbgut von Hunden, die Anzeichen einer besonderen Selektion durch die Domestizierung zeigten. Dabei stießen sie auf Gene, die an der Entwicklung des Gehirns, des Nervensystems und des Fett- und Stärkestoffwechsels beteiligt sind. Genomunterschiede also, die zum einen zur Erklärung der geringeren Aggressivität des Hundes verglichen mit dem Wolf dienen könnten und zum anderen auf einen veränderten Verdauungsmechanismus hinweisen.

Das Ergebnis spricht stark dafür, dass der Wolf – parallel zum Menschen – seinen Geschmack für pflanzliche Nahrung entdeckte: Die von Axelsson und Kollegen ermittelten Gene legen nahe, dass das Verdauungssystem der Hunde stärker als das des Wolfs auf den Abbau pflanzlicher Stärke optimiert ist. Das Erbgut der Hunde enthält deutlich mehr Sequenzen, die ein bestimmtes Enzym – Alpha-Amylase – kodieren, das für den Abbau pflanzlicher Stärke notwendig ist, so dass dieses beim Hund stärker exprimiert wird als bei seinem wilden Vorfahren. Eine bestimmte Variante des Gens für Maltase-Glukoamylase, ein Enzym, das für den weiteren Abbau der Stärke notwendig ist, fanden die Wissenschaftler sogar ausschließlich im Genom der untersuchten Hunde. Das durch diese Variante kodierte Enzym wurde in einer vergleichbaren Ausprägung bisher lediglich bei Pflanzenfressern wie Hasen und Kühen oder Allesfressern wie der Ratte gefunden – nie jedoch bei Fleischfressern.

Vieles scheint also dafür zu sprechen, dass die Domestizierung zum Hund insbesondere mit einer Umstellung auf stärkehaltige Nahrung einherging. Das Forscherteam betont, dass diese Entwicklung beim Menschen und seinem besten Freund anscheinend sehr ähnlich war.

 

Um das Rätsel der Domestizierung zu entschlüsseln, haben Wissenschaftler das Erbgut des Hundes nach auffälligen Abweichungen analysiert. Im Laufe der Evolution konnten diese Stärke besser verdauen als Wölfe - ein entscheidender Vorteil.

London - Die Anpassung an stärkehaltiges Futter spielte vermutlich eine Schlüsselrolle bei der Domestizierung des Hundes. Darauf deuten genetische Unterschiede zwischen Wolf und Hund hin, berichten internationale Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" . Das Team um Erik Axelsson von der schwedischen Universität Uppsala hatte das gesamte Genom von Hunden nach Regionen durchsucht, die auffällig vom Erbgut des Wolfs abweichen.

 

Die Forscher untersuchten Genproben von 19 Wölfensowie von 71 Hunden 38 verschiedener Rassen. Dabei fanden sie 36 Genregionen beim Hund, die scheinbar unter starkem Selektionsdruck gestanden hatten. 19 dieser Regionen betreffen die Entwicklung von Gehirnfunktionen und könnten mit einem veränderten Verhalten von Hunden verbunden sein, berichten die Forscher. Weitere zehn Genbereiche regeln den Stoffwechsel und hier insbesondere die biochemischen Prozesse beim Abbau von Stärke. Drei dieser Regionen spielen sogar eine Schlüsselrolle beim Stärkeabbau, schreiben die Forscher.

 

Dies deute darauf hin, dass der Hund im Laufe seiner Entwicklung Stärke besser verdauen konnte. Eine ähnliche Veränderung machten vermutlich auch die Menschen durch, als sie anfingen, Landwirtschaft zu betreiben.

Die Zeit und der genaue Ablauf der Domestizierung seien immer noch unklar, schreibt Axelsson. Die genetische Veränderung im Stärke-Stoffwechsel könne jedoch bedeuten, dass die frühen Hunde zu Beginn des Ackerbaus immer stärker von landwirtschaftlichen Abfällen der Menschen profitierten. Möglicherweise strichen die ersten halbwilden Hunde um menschlichen Siedlungen. Vermutlich machte der zunehmende Kontakt aus wilden Wölfen allmählich den "besten Freund des Menschen".

Seit einiger Zeit tauchen Wölfe in Westeuropa wieder vermehrt auf. 16 Rudel mit insgesamt weit mehr als hundert Tieren gibt es inzwischen wieder in Deutschland, wie das sächsische Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz schätzt. 15 Rudel leben demnach in den neuen Bundesländern. Seit kurzem gibt es erstmals seit mehr als hundert Jahren auch wieder eines in Niedersachsen, auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord.

nik/dpa

Abwechslung
Täglich das Gleiche zu füttern, ist praktisch und versorgt den Hund mit wichtigen Nährstoffen. Aber ist das für Bello nicht irgendwann langweilig?

"Fressen muss Spaß machen", findet Hundetrainer Michael Grewe. Für ihn und die Ernährungsexpertin Natalie Dillitzer hat die Mahlzeit im Napf auch einen sinnlichen Aspekt: "Wenn Hunde gern fressen, macht sie das mit Sicherheit glücklich. Und Lebensfreude trägt zur Gesundheit bei", so Grewe. Er selbst macht seinen Hunden ein vielfältiges, abwechslungsreiches Nahrungsangebot: Mal bekommen sie nur Fleisch, mal Fertigfutter, einen Knochen oder Reste vom Tisch.

Futterexpertin Dr. Dillitzer gibt aber zu bedenken: "Nur zehn Prozent aller Halter wollen oder können selbst kochen, die Mehrheit möchte das Füttern schnell und praktisch erledigen und kauft Fertigfutter." Allerdings sollte beim Kauf genau auf die Etiketten geschaut werden: "Manchmal suggerieren Hersteller Abwechslung durch verschiedene Bezeichnungen wie "mit Huhn" oder "mit Ente". Schaut man genau hin, enthalten alle Sorten sowohl Huhn als auch Ente." Michael Grewe rät zum Stück Fleisch: "Wozu haben Hunde Zähne? Sie lieben es, Fleisch vom Knochen abzuziehen, das beschäftigt sie, ist Arbeit, Auseinandersetzung mit dem Essen, macht satt und zufrieden." Tipp: Hersteller, die nur eine Fleischsorte verwenden, schreiben das meist deutlich auf die Packung, zum Beispiel Bubeck (www.bubeck-petfood.de).

Bio
Natürliche, unverfälschte Ernährung liegt bei Hundehaltern im Trend - und damit auch im Futterregal. DOGS erklärt, was man beim Kauf von Produkten aus ökologischer Erzeugung bedenken sollte.

Sicherheit: Die Bezeichnung "Bio" ist nach EG-Verordnung 889/2008 über die Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Erzeugnissen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs auch für Heimtierfutter geschützt. Sie darf nur verwendet werden, wenn 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen - wenn bio draufsteht, darf auch nur bio drin sein.

Vielfalt: Es gibt diverse Ökosiegel, an denen man die Zertifizierung des Produkts nachvollziehen kann. Eine Übersicht bietet die Verbraucherzentrale Bayerns: www.allesoeko.net.

Qualität: Wie bei allen Futtersorten gibt es auch bei den Produkten ökologischer Hundenahrung Qualitätsunterschiede, was den Anteil an hochwertigen Proteinen, an Getreide und Nährstoffen oder das Herstellungsverfahren betrifft. Sie lassen sich einzig an einem Siegel nicht erkennen. Ein Vergleich der Zusammensetzung und der Nährstoffangaben lohnt sich.

Ethik: Unter Umwelt- und Tierschutzaspekten sind alle Nahrungsprodukte mit Biosiegel die bessere Wahl, da sie ohne Pestizide und Fleisch aus Massentierhaltung hergestellt werden.

Chemie im Futter
Geliermittel, Lockstoffe, Konservierungen und Geschmacksverstärker: Nahrungszusätze haben keinen guten Ruf. Zu Recht?

Die Ernährungsberaterin Dr. Natalie Dillitzer gibt nur teilweise Entwarnung: "Lockstoffe sind nicht als Zusatzstoffe definiert. Vielleicht werden hin und wieder Geschmacksverstärker eingesetzt, aber Hundehalter können sich sicher sein: Alle Zusatzstoffe sind gesundheitlich unbedenklich für den Hund." Der Grund: "Es gibt aufwendige Zulassungsverfahren, bevor ein Zusatzstoff ins Futtermittel darf."

Übrigens: Pflegt ein Vierbeiner eine ausgeprägte Vorliebe dafür, seine eigenen Hinterlassenschaften wieder zu fressen, so tut er das nicht, weil Lockstoffe des Futters die Passage durch seinen Körper überstanden haben, wie vielfach angenommen wird. Dieses unappetitliche Fressverhalten hat meist andere Gründe.

Generell müssen bei Heimtierfutter vier Gruppen von Zusatzstoffen unterschieden werden: Gruppe 1 und 2 sind die sensorischen und technologischen Zusatzstoffe, auf die Hunde wahrscheinlich verzichten könnten. Sie sorgen dafür, dass Futter appetitlich aussieht oder die Feuchtigkeit gebunden wird, "damit dem Käufer beim Öffnen der Dose nicht alles um die Ohren spritzt", so Dillitzer. Die dritte Gruppe der ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe ist "zum Teil nur sehr schwer aus natürlichen Zusätzen zu gewinnen. Es handelt sich zum Beispiel um Spurenelemente, die für den Hund lebenswichtig sind. Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es die natürliche Variante." Das Schlusslicht bildet die Gruppe der mikrobiologischen Stoffe: "Sie werden oft noch für eine intakte Darmflora beigefügt."

Frei von Konservierungsstoffen kann man mittlerweile auf fast allen Verpackungen lesen. Die Fachärztin für Tierernährung und Diätetik erklärt: "Keine Dose braucht einen Konservierungsstoff. Allein durch die Sterilisation, durch den Druck und die Hitze wird das Produkt in der Dose haltbar gemacht. Trockenfutter wird durch die Trocknung konserviert, nur halbfeuchtes Futter, zum Beispiel weiche Kaustangen oder Leckerlis, haben einen Feuchtigkeitsgehalt von über vierzehn Prozent und müssen deshalb künstlich haltbar gemacht werden. Aber auch hier ist die verwendete Menge nicht gesundheitsschädlich", erklärt die Ernährungsberaterin. Produktbeispiel: Frei von Farbstoffen und Geschmacksverstärkern ist die Hundenahrung "GesundFutter" der Firma Dr. Schaette (www.schaette.de).

Durchfall
Weil Hunde mit großer Begeisterung unappetitliche Dinge fressen, erkranken sie häufig an Durchfall. Tierarzt Dr. Volker Wienrich aus Berlin weiß, was Abhilfe schafft.

Woran liegt's? Flüssiger Kot kann durch Mengen schwer verdaulicher Eiweiße aus verdorbenen Nahrungsmitteln, Milchzucker oder durch Parasiten wie den Wurm Giardia oder Salmonellen entstehen.

Was hilft? Der Hund wird sofort auf Nulldiät gesetzt, bei akutem Durchfall sogar zwei Tage lang. Um Elektrolytverluste auszugleichen, sollten 2 bis 3 Gramm Kochsalz in den Wassernapf gegeben werden. Auch gut: schwarzen Tee mit 2 bis 3 Prozent Traubenzucker anbieten oder "Royal Canin Rehydration Instant" (15 mal 29 g, um 13,50 Euro).

Schonkost: Auf Fasten folgt leicht Verdauliches, mageres Hühnerfleisch und gekochter, weißer Reis. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein Zusatz von B-Vitaminen ins Futter gegeben werden, die mit Ausnahme des Vitamins B12 vom Körper nicht synthetisiert werden können. Tipp: Fleisch, Milchprodukte, Bananen enthalten viele B-Vitamine.

Produktbeispiele: Hunden mit sensibler Verdauung kann ein Spezialfutter helfen, das den Darm schonend passiert und Elektrolytverluste ausgleichen soll: "Hill's Prescription Diet Canine i/d" (370-g-Dose, 3 Euro, 5-kg-Sack, 38,50 Euro), "Eukanuba intestinal" (5 kg, 32 Euro).

Etiketten
Die Aufschriften auf Dose oder Futtersack sollen verraten, was darin steckt. So manche Deklaration braucht eine Übersetzung.

Alleinfuttermittel: Im Futter muss alles enthalten sein, was der Hund an Mineralstoffen, Spurenelementen und Proteinen benötigt. Es muss also keinerlei Ergänzungsfutter gegeben werden.

Deklarationspflichtig sind die Vitamine A, D und E, das Spurenelement Kupfer, Antioxidantien, Konservierungsstoffe und Farbstoffe. Weitere Zusatzstoffe können freiwillig aufgelistet werden.

Ergänzungsfuttermittel sollen ein selbst bereitetes Futter durch bestimmte Mineralstoff- oder Vitaminmischungen ergänzen, um Mängeln vorzubeugen. Wird das Nährstoff-Gleichgewicht gestört, kann es zu Gesundheitsschäden kommen, warnt der Tierarzt.

Feuchtigkeit: Ab 14 Prozent Feuchtigkeitsgehalt in Fertigfutter muss dieser Wert auf der Packung angegeben werden. Dosenfutter enthält bis zu 90 Prozent Wasser, Trockenfutter bis zu 10 Prozent.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: Fleisch steht für Schlachtabfälle aus der Produktion. Ab 4 Prozent Bestandteil einer Fleischsorte darf der Hersteller das Fleisch in die Produktbezeichnung mit aufnehmen, etwa "mit Huhn". Tierische Nebenerzeugnisse bezeichnen Tiermehle aus Federn, Fell, Knochen oder Hufen.

Inhaltsstoffe: Hier werden die im Labor ermittelten Nährwerte des Futters angegeben. Berechnungsgrundlage ist der jeweilige prozentuale Anteil eines Nährstoffs an der Futtertrockensubstanz.

Rohasche: In 4 bis 6 Prozent dieses Inhaltsstoffs versammeln sich alle Mineralstoffe und Spurenelemente des Futters. Da die Zusammensetzung ausgewogen sein muss, geben viele Hersteller die Quelle und die Menge der einzelnen Stoffe genau an.

Rohfaser: 2,5 Prozent des Futters besteht aus Pflanzenfasern, die unverdaulich sind, die Darmbewegung anregen und Darmbakterien eine Grundlage zur Synthese von Vitamin K oder Biotin bieten sollen.

Rohfett: Ideal ist ein Wert von 12 bis 18 Prozent. Die Qualität der verwendeten Fette ist hier wichtig für eine gute Ernährung. So werden hochwertige Omega-3- oder Omega-4-Fettsäuren etwa in Form von Fisch- oder Nachtkerzenöl im Verhältnis 1 : 5 beigemischt.

Rohprotein: Ideal ist ein Wert von 25 bis 28 Prozent. Ob das Protein aus hochwertigem Muskelfleisch oder weniger wertvollem Bindegewebe gewonnen wurde, geht aus der Angabe jedoch nicht hervor.

Zusammensetzung: Hier werden die Inhaltsstoffe entweder in der Abfolge ihrer relativen Gewichtsmenge einzeln genannt oder nach Futtermittelgruppen (wie "tierische Nebenerzeugnisse") aufgeteilt.

Zusatzstoffe sollen das Futter mit Spurenelementen oder Vitaminen anreichern oder dem Futter bestimmte Eigenschaften geben. Laut EU-Lebensmittelverordnung (EG 1831/2003) dürfen für Tiernahrung nur Zusatzstoffe verwendet werden, die auch für die Lebensmittelproduktion zugelassen wurden.

Futtermittelhersteller
Selbst in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird viel Geld für Bellos Essen ausgegeben. Kein Wunder, dass der Markt boomt.

Trotz Boom liefern nicht alle Futterhersteller Qualität. "Jeder kann in seiner Garage ein Futter selbst herstellen und verkaufen", weiß Dr. Natalie Dillitzer. "Die Futtermittelbehörde gibt zwar vor, dass ein Produzent für sein Futter haftet. Er muss also über ausreichend Sachkenntnis verfügen, um ein vollwertiges Alleinfutter herzustellen. Allerdings mangelt es an Kontrollen, ob dieses Ziel auch von jedem erreicht wird."

Wer sichergehen möchte, dass Bellos Futter wirklich alle Ernährungsbedürfnisse erfüllt, sollte sich die kompletten Analysedaten vorlegen lassen. Kann ein Hersteller damit nicht dienen, rät Dillitzer zu Vorsicht: "Wer die Kosten von rund 1.000 Euro für die Analysedaten seines Futters scheut, dem würde ich nicht die Gesundheit meines Hundes anvertrauen." Übrigens: In der EG-Verordnung EG 767/2009 ist unter anderem festgelegt, dass auf den Produktpackungen von Hundefuttermitteln eine Telefonnummer, Homepage oder Emailadresse angegeben werden muss, unter der die Verbraucher detaillierte Auskünfte über die Zusammensetzung des Futters erhalten können.

Haut und Fell
Wenn es juckt oder der Hund seine Haare büschelweise verliert, können Parasiten, Stress oder der Hormonhaushalt die Ursache sein. Am häufigsten liegt's aber am Futter, weiß Tierarzt Dr. Volker Wienrich. Ein Tipp: Zink

Die Haut schützt vor Austrocknung oder dem Angriff von Pilzen und Bakterien. Sie dient dem Körper als Lager für Vitamine, Wasser und Fette. Nerven leiten Signale wie Schmerz, Hitze oder Kälte in Sekundenschnelle ans Gehirn weiter. Damit alles reibungslos funktioniert, muss der talghaltige Schutzfilm der Haut intakt bleiben. Kratzt und juckt es oder leckt sich der Hund ständig, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Nährstoffe fehlen. "In jedem Futter müssen alle Nährstoffe in ausreichender Menge und richtigen Relationen zur Verfügung stehen. Eine besonders wichtige Rolle für schönes Fell und gesunde Haut spielen hochwertige Proteine, die Fettsäure Omega 3, die Vitamine A, E, alle B-Vitamine, Biotin und bei den Spurenelementen besonders das Zink", erklärt Dr. Wienrich. Manche Hunde haben einen höheren Nährstoffbedarf. Probleme mit Haut und Fell sind an stumpfem Haar und geröteter Haut zu erkennen.

Hilfreich bei juckender, wunder Haut sowie stumpfem Fell kann häufig schon eine Futterumstellung auf eine Nahrung sein, die den Hundeorganismus über spezielle Wirkstoffe dabei unterstützen kann, den Schutzmantel der Haut wiederherzustellen und zu stärken, zum Beispiel das Futter "Royal Canin Dermacomfort".

Behält der Hund trotz gezielter Ernährung weiterhin ein stumpfes Fell oder schlechte Haut, könnte das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Dr. Volker Wienrich: "Leidet der Hund unter so starkem Juckreiz, dass er sich bei seinem ständigen Lecken verletzt, muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden." Die Juckerei kann neben besonderen Nährstoffbedürfnissen auch durch Parasiten wie Flöhe oder Milben ausgelöst werden, hormonell bedingt oder ein Hinweis auf eine Allergie sein - die genaue Diagnose stellt der Tierarzt.

Jetzt oder nie
Wer eine Futterumstellung plant, etwa um bei einer Erkrankung zu helfen oder Nahrung selbst zu kochen, sollte zwei Regeln beachten.

1. Informieren Sie sich
Egal, ob Sie Ihrem Hund ein neues Fertigfutter geben oder sein Futter künftig selbst zubereiten möchten: Informieren Sie sich gründlich. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, dem Züchter oder mit einem Ernährungsberater. Lassen Sie sich vom Hersteller eine Liste der Inhaltsstoffe und Zusammensetzung geben, lesen Sie gegebenenfalls in Büchern nach. Je mehr Sie über Futter wissen, desto sicherer werden Sie in Ihrer Entscheidung sein - zum Wohl des Hundes.

2. Stellen Sie langsam um
Besonders wenn der Hund bislang nur eine Form von Futter, zum Beispiel Trockenfutter, kennengelernt hat, sollte der Verdauungstrakt langsam an neue Nahrung gewöhnt werden. Die Darmflora stellt sich auf Futter ein und muss sich an die Verwertung einer neuen Futterkonsistenz anpassen. Mischen Sie nach und nach größere Teile des neuen Futters unter das alte.

Körnerfresser?
Hunde sind keine Vögel, sagen die einen. Weizen & Co. ist ein günstiger Energieträger, meinen andere. Fakt ist: Getreide im Futter ist umstritten - und doch ein häufiger Bestandteil.

"Hunde brauchen kein Getreide", meint Futterberaterin Natalie Dillitzer. "Mit bedarfsgerechter Rohfleischfütterung könnte man sie auch vollwertig ernähren. Aber es gibt im Hundedarm Enzyme, die Getreide aufschließen können." Ein Problem sehen Halter in der Menge an Getreidezusatz: In manchem Futter befindet sich ein Anteil von über 50 Prozent. Ist diese Menge noch zu verarbeiten? "Unschädlich", meint Tierarzt Dr. Wienrich. Wichtiger sei die Qualität der Proteinquelle, ob es sich beim Fleischanteil um Bindegewebsreste handelt oder um hochwertiges Muskelfleisch. "Ist sie gut, ist Getreide als Energieträger in Ordnung."

Lebensmittelqualität
Kaninchen mit feinen Kräutern, lecker zubereitet und verpackt: Vieles in der Dose erinnert an menschliche Kost, aber ...

"Hundefutter darf rechtlich nicht als Lebensmittel bezeichnet werden", weiß Futterexpertin Dr. Natalie Dillitzer, selbst wenn manche Sorten sicher unbedenklich aus der Dose gelöffelt werden könnten, wie einige Hersteller werben. Die Frage ist: Brauchen Hunde wirklich Nahrung, die wir essen könnten? Nach der Schlachtung eines Nutztiers gehen 45 Prozent in den Verkauf an die Theke der Metzgerei, der Rest bleibt übrig und kann zu Futter verarbeitet werden. "Im Sinne des Tier-, Ressourcen-, Umwelt- und Verbraucherschutzes halte ich die Verwertung von Schlachtresten für sinnvoll - und gut für den Hund", so Dillitzer. "Wichtig ist, dass die Reste zu Futter verarbeitet werden, das Bellos Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und hochwertigen Proteinen zu einem bezahlbaren Preis deckt."

Medizinisches Futter
Happen, die Leiden heilen, gibt es nicht. Wohl aber Diätfuttermittel, die eine veterinärmedizinische Therapie ergänzen.

Diäfuttermittel werden unter anderem empfohlen bei Adipositas (Übergewicht), Diabetes, Herz-, Nieren-, Magen-Darm-Erkrankungen und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenproblemen). Sie sollen die Ernährungsbedürfnisse kranker Hunde abdecken. Es werden Wirkstoffe zugesetzt oder es wird auf eine besondere Rezeptur geachtet. Laut Deklarationspflicht muss auf der Verpackung die Krankheit deutlich hervorgehoben werden, zu deren Behandlung das Futter angeboten wird. Ebenso müssen die Wirkstoffe, die aktiv werden sollen, etwa Natrium bei einer Herz- oder Phosphor bei einer Nierendiät, angegeben werden.

Bei der Heilung sollen Diätfuttermittel helfen. "Man muss zwischen Produkten unterscheiden, bei denen die Futtermittel die Heilung unterstützen, und anderen, bei denen sie hauptsächliches Therapiemittel sind", so Tierarzt Wienrich. Therapeutisches Futter, das zusätzlich unterstützt, sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden. Produktbeispiele: Über den Tierarzt können Spezialdiäten bezogen werden wie die Futterserien "Hill¿s Prescription Diet Canine" oder "Royal Canin Veterinary Diet". Im Handel: "Reddy" von Finnern oder "Integra Protect" von Animonda.

Nervensäge
Sobald die Tür klappt, der Wecker klingelt, sind sie da und schielen zum leeren Napf. Trainer raten, das Futter nicht immer nach Plan zu servieren.

Sehbehinderte mit Blindenhund oder Polizisten mit Diensthund sind auf den regelmäßigen Stuhlgang ihrer Partner angewiesen, damit sie ihren Alltag planen können. Deshalb sollten ihre Tiere regelmäßig gefüttert werden. Auch jene mit einem stark durchstrukturierten Alltag geben dem Hund sein Fressen gern aus diesem Grund zur selben Zeit. Das ist in Ordnung, hat aber zur Folge, dass sich der Hund an feste Futterzeiten gewöhnt. Trainer Michael Grewe: "Ich füttere ab dem Nachmittag, aber nicht zu einer festgelegten Zeit. Auf diese Weise trainiere ich ganz nebenbei die Frustrationstoleranz meiner Hunde: Wer hier lernt sich zu beherrschen, kann sich auch in anderen Situationen besser kontrollieren. Mal läuft etwas gut, mal eben nicht, damit sollten Hunde lernen klarzukommen - auch beim Futter."

Orientierung
Bunte Dosen, pralle Säcke und alle rufen "Kauf mich!" Keine Sorge. Es gibt Fachleute, die bei der Wahl helfen

Um im Dschungel des großen Futtermittelangebots den Durchblick zu behalten, bieten Ernährungsberater Hundehaltern ihre Dienste an - ein Berufszweig, der über Kundenmangel nicht klagen kann. In den meisten Fällen handelt es sich bei Futterberatern um Tierärzte, die entsprechende Fachstudiengänge (mit Zusatz Ernährungsberatung Kleintiere) abgeschlossen haben. Doch auch Züchter oder Tierheilpraktiker, die durch spezielle Kurse und viel Erfahrung ihr Wissen um bedarfsgerechte Hundefütterung erweitern konnten, bieten ihre Hilfe bei Futterfragen an. Die Kosten liegen je nach Umfang der Beratung bei etwa 60 bis 120 Euro.


Phosphor & Kalzium
Achten Sie auf die richtige Mischung, denn eine Über- oder Unterversorgung mit Phosphor und Kalzium kann fatale Folgen haben.

Phosphor und Kalzium sind Hauptbestandteile des Knochens und erfüllen wichtige Funktionen beim Stoffwechsel. Kalzium ist bei der Leitung von Nervenimpulsen und im Immunsystem aktiv, Phosphor unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen. Wenn das Verhältnis nicht stimmt: Eine Unterversorgung versucht der Organismus zunächst durch Freisetzen aus den Knochen auszugleichen, bei lang anhaltendem Mangel entwickelt der Hund Rachitis (Knochenverformung) oder Osteomalazie (Knochenerweichung).

Die Überversorgung mit Kalzium verhindert dagegen eine Aufnahme anderer Mineralstoffe im Blut und führt zu schnellem Wachstum brüchiger Knochen, das besonders bei Hunden großer Rassen zu Fehlstellungen im Bewegungsapparat führen kann.

1,0 zu 1,2-1,4 ist das Phosphor-Kalzium-Verhältnis im Futter. Allerdings schwankt der Bedarf. Bei erwachsenen Hunden liegt der tägliche Bedarf bei ungefähr 100 Milligramm Kalzium und 75 Milligramm Phosphor pro Kilogramm Körpermasse. Zuchthündinnen brauchen in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit rund 60 Prozent mehr und während der Säugezeit das Zwei- bis Fünffache der angegebenen Mengen. Auch bei Welpen schwankt der Bedarf je nach Alter und Rasse: Bei Kleinen sinkt der Kalziumbedarf im zweiten Lebenshalbjahr auf den Bedarfswert erwachsener Hunde, bei Großen werden diese Werte später erreicht.

 

Querulant
Was tun, wenn der Hund den Napf bestreikt? Züchten wir nörgelige Futterverweigerer heran, ohne es zu wollen? Oder ist Mäkeln doch eine Frage der Persönlichkeit?

"Ein Windhund wie der Afghane wird eher dazu neigen, ein nörgeliger Fresser zu sein und seinen Menschen bei der Futterwahl zu manipulieren, als der Labrador", weiß Hundetrainer Michael Grewe. Aber auch der Besitzer ist im Spiel. "Wenn ich auf jedes Naserümpfen eine neue Dose öffne, kann ich eine Tendenz der Hundepersönlichkeit verstärken", so Grewe. Bei Hunger ist alles egal. "Erst im Wohlstand kann ich mir als Hund leisten, mein Futter zu verweigern und Besseres zu erwarten." Grewe rät bei Querulanten deshalb zu Geduld: "Hunger hat den längeren Atem. Wenn der Tierarzt abgecheckt hat, dass der Hund rundum gesund ist, wird er irgendwann fressen, was im Napf ist."

Reste fressen
Fleisch, roh und gekocht: Besonders Muskelfleischreste, die vom Knochen abgeschabt werden, und Herz sind voll mit hochwertigen Proteinen, die Hunde besonders gut verwerten können. Stark Gesalzenes ist nicht geeignet, zu viel kann auf Dauer sogar Herz und Nieren schaden.

Rohes Gemüse: Rohes Gemüse dient in erster Linie als Ballaststoffquelle und kann geraspelt oder gegart gut verwertet werden.

Selber machen!
Mit dem Wunsch nach nur Gutem im Essen steigt die Lust, auch fürs Tier zu kochen. Wichtig ist hier, die Bedürfnisse zu kennen.

Häufigstes Problem: "Hundehalter kochen für ihre Hunde wie für sich selbst. Das führt zu Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen, denn Hunde haben durch ein schnelles Wachstum in der Jugendphase und den lebenslangen Fellwechsel andere Ansprüche, insbesondere an Kalzium, Kupfer, Jod, Vitamin A und D. Ein 60 Kilogramm schwerer Hund braucht zum Beispiel zwei- bis dreimal so viel Kalzium wie ein erwachsener Mensch, der Bedarf an Spurenelementen beträgt sogar das Drei- bis Vierfache", erklärt Dr. Natalie Dillitzer.

Bei der Rohfütterung kommt die Gefahr der Infektion mit Parasiten und Bakterien hinzu, "besonders Salmonellen können Menschen gefährlich werden", so Dillitzer. Werden Knochen gegeben, können durch Splitter Zahnfrakturen, Schlundverletzungen oder Verstopfungen die Folge sein.

Trinken
Man vergisst es leicht: Wasser ist der wichtigste Nährstoff. Fakten zum erfrischenden Schluck aus dem Napf.

1. Wasser füllt rund 56 Prozent der Körpermasse eines ausgewachsenen Hundes, ist Hauptbestandteil aller Körperflüssigkeiten und wichtig für Reaktionen und Regulationen im Organismus.
2. Wassermangel führt innerhalb weniger Tage zum Tod.
3. Hunde bevorzugen meist abgestandenes Wasser, da sich Fremdstoffe am Grund ablagern konnten.
4. Aus Pfützen dürfen Hunde nur trinken, wenn es nicht zu heiß ist und sie frisch sind. Grund: Bakterien und Viren können im Wasser tagelang überleben. Pfützen auf Feldern sollten Hunde meiden, bei konventionellem Agraranbau können sich hier Pestizide ansammeln.
5. Der Bedarf an Trinkwasser schwankt je nach Körpergröße, Ernährungsweise und Umgebungstemperatur.

Unverträglichkeit
Auch Hunde entwickeln Allergien. Häufig stehen Konservierungsstoffe oder Weizen im Verdacht, die Auslöser zu sein. Woran kann man eine Allergie erkennen? Die Symptome reichen von Magen-Darm-Problemen, Juckreiz, Haarausfall, entzündeten Ohren oder Pfoten bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. Der Anteil der durch Futter verursachten Allergien beträgt nur 23 Prozent.

Was sind die häufigsten Auslöser einer Futterunverträglichkeit?
Proteine, viel seltener auch Kohlenhydrate und Fette. Dabei finden sich die meisten allergieauslösenden Proteine in Rindfleisch, in Getreide wie Weizen, Reis oder Mais, in Milch und Sojaprodukten.

Welche Verantwortung tragen Konservierungsstoffe?
Kaum eine, da Konservierungsstoffe im Futter heute keine Rolle mehr spielen.

Wie kann man Allergieauslösern auf die Spur kommen?
Zum einen kann der Tierarzt Blut abnehmen und im Labor einen serologischen Test machen lassen. Bei dieser Untersuchung können häufige Allergene im Blut aufgespürt werden, seltene Allergene kann der Test allerdings nicht erkennen. Um ganz sicher zu gehen, hilft nur die aufwendige Ausschlussdiät. Hier sind sämtliche Nährstoffe, die der Hund bislang zu fressen bekommen hat, für 8 bis 12 Wochen tabu. Danach werden die verschiedenen Inhaltsstoffe nach und nach zugefüttert, sodass das Allergen identifiziert werden kann

Im Handel werden viele Futtermittel für Allergiker angeboten. Worauf muss man achten?
Für die Ausschlussdiät empfehle ich das Selberkochen, da der Halter genau protokollieren kann, was er ins Futter getan hat. Bei Fertigfutter sollten alle Inhaltsstoffe offen deklariert sein. In Futtermitteln, die über den Tierarzt zu beziehen sind, wurden die Proteine so zerkleinert, dass die allergische Reaktion von vornherein verhindert wird, andere Bestandteile wirken entzündungshemmend. Diese Produkte sollten aber nicht auf Verdacht, sondern in Absprache mit dem Veterinär gefüttert werden.

Produktbeispiele: Medizinisches Futter wie "Hill¿s Canine z/d Ultra Allergen-free" ist nur beim Tierarzt erhältlich. Auch die Firma Royal Canin vertreibt ihre Produktlinie "Sensitivity Control" mit Allergenvermeidung über ausgewählte Tierarztpraxen.

Verdauung
Wolf und Hund, sagen viele, haben den gleichen Verdauungstrakt. Deshalb brauche der Hund vor allem Fleisch - ein Mythos?

"Im Verhalten und in seinen Fähigkeiten hat sich der Hund durch das Zusammenleben mit dem Menschen stark verändert", meint Tierarzt Dr. Wienrich. "Magen und Eingeweide ähneln dagegen sehr dem des Wolfs." Wahrscheinlich war es der unempfindliche Darm des Aasfressers Wolf, der den Urhund zum idealen Begleiter des Menschen machte. Hunde können wohl auch deshalb eine Menge ab, weil sie Tausende Jahre hindurch vor allen Dingen dazu dienten, die Siedlungen der Menschen von Abfall und Kot sauber zu halten.

Doch was würde der Wolf zum modernen Hundefutter sagen? Dillitzer: "Ein Beutetier des Wolfs besteht nur zu einem kleinen Teil aus Fleisch, der große Rest sind Bindegewebe, Haare, Knochen und vorverdaute Pflanzen und eventuell Getreidereste im Darm." Dr. Wienrich ergänzt: "Ein Wolf leidet zuweilen unter Mangelerscheinungen - sein gefundenes Fressen versorgt ihn nicht immer optimal."

Wirkstoffe
Der Tierarzt unterscheidet zwischen Futter, dem Wirkstoffe beigemischt werden, und einer Vollnahrung mit spezieller Rezeptur.

Beispiel: Wirkstoffe für kranke Knochen
Damit das Tier ein Leben lang seine Bewegungsfähigkeit besitzt, werden vom Organismus in den Knochen ständig Knorpelzellen nachgebildet. So sind Glukosamine und Chondroitinsulfate Bestandteile des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit und können die Bildung neuer Knorpelzellen unterstützen.

Omega-3-Fettsäuren können Entzündungen hemmen, deshalb werden diese Stoffe Gelenkdiäten gezielt beigemischt. Ebenso wichtig es, Kalorien zu reduzieren, damit die Gelenke entlastet werden. Produktbeispiele: "Hill¿s Prescription Diet j/d", "Royal Canin Veterinary Diet Mobility". Als Ergänzungsfuttermittel sind "Canosan" und der Snack "Pedigree Gelenk Aktiv+" erhältlich.

Spezielle Zusammensetzung für ein krankes Herz
Arbeitet das Herz nicht mehr richtig, kommt es zu Durchblutungsstörungen in anderen Geweben und Organen. Der Körper begegnet dem sinkenden Blutdruck mit einer Verengung der Blutgefäße. Auch die Niere reagiert, indem sie Salze im Körper zurückhält. Grund: Salze binden Wasser, so kann das Blutvolumen erhöht werden, in der Folge können Organe und Gewebe besser durchblutet werden. Langfristig wird das geschwächte Herz durch den gestiegenen Blutdruck überlastet.

Herzmedikamente sind hier das richtige Rezept, das Füttern einer Herzdiät kann aber unterstützend wirken. Ihr Ziel ist die Entwässerung des Körpers, deshalb sind in den Futtermitteln die Nährstoffsalze angepasst, besonders der Natriumgehalt ist reduziert, er liegt bei ungefähr 0,05 Prozent der Futtertrockensubstanz (normal sind 0,75 Prozent). Produktbeispiele: "Hill¿s Prescription Diet h/d" und "Royal Canin Cardiac". Beides ist über den Tierarzt erhältlich.

X-Mas-Menü
Das Einpacken können Sie sich getrost sparen: Dieser selbst gemachte Schmaus zum Fest wird sicher sofort verputzt.

Auch Bello soll vom Festbraten etwas abbekommen. Ernährungsberaterin Dr. Natalie Dillitzer hat dafür ein Hundemenü aus Festtagsresten zusammengestellt, das in diesen Mengen als Tagesportion für einen 25 Kilo schweren Hund ausreicht. Hinweis: Bei dauerhafter Fleisch-, Gemüse- und Kohlenhydratfütterung fehlen in diesen Rezepten folgende Nährstoffe: 40 mg Magnesium, 1,5 mg Kupfer, 15 mg Zink, 1,5 mg Mangan, 320 mg Jod, 200 IE Vitamin D pro Tag. Aber am Festtag gelten andere Regeln - auch für Hunde. Guten Appetit!

Erster Gang: Fisch
100 g Karpfenreste ohne Gräten in 1 TL Öl kurz andünsten, abkühlen lassen. 50 g gekochte Rote Bete würfeln und mit einer Prise Salz unter den Fisch mischen.

Zweiter Gang: Fleisch
Je nach Festbraten 150 g Reste der Rehkeule oder Reste vom Gänsefleisch von den Knochen lösen oder 250 g Gänseklein (Herz, Leber, Magen und Hals) klein schneiden. Fleisch in 1 TL Öl anbraten. 150 g gekochte Kartoffeln und 50 g gekochten Fenchel unter das Fleisch heben. Tipp: Gemahlene Eierschale kann als Kalziumquelle dienen.

Belohnungsnuggets: Die Düsseldorfer Hundebäckerei Dog¿s Deli (www.dogsdeli.de) hat für DOGS ein Leckerli zum Nachbacken kreiert, das nur 1,4 Prozent Fett enthält und in der Regel auch von Hunden, die unter Allergien leiden, vertragen wird. Sie brauchen dafür: 100 g Hähnchenbrustfilet, ca. 400 ml Wasser, 400 g Reismehl, 1 TL gehackte Petersilie.

Zubereitung: Backofen auf 160 Grad (Umluft 140 Grad) vorheizen, ein Backblech mit Backpapier belegen. Hähnchenfleisch 10 Minuten zugedeckt im Wasser kochen, herausnehmen und abkühlen lassen. 250 ml Kochwasser zum Fleisch geben und mit einem Stabmixer pürieren. Fleischpüree mit den übrigen Zutaten mischen und mit Handmixer oder Küchenmaschine zu einem glatten Teig verrühren.

Aus dem Fleischteig kleine Nuggets formen und auf das Backblech legen. Im Backofen ca. 20 Minuten backen. Über Nacht auf dem Blech trocknen lassen, so sind die Kekse mindestens drei Wochen haltbar. Tipp vom Hundebäcker: Petersilie ist harntreibend und kann abführend wirken. Sie vertreibt Mundgeruch.

Zähne
Ein Vorurteil kann entkräftet werden: Zucker in Fertigfutter trifft keine Schuld, wenn sich beim Hund die Zähne verfärben.

Zahnstein wird anders als Karies nicht durch Glukosemoleküle verursacht, sondern hauptsächlich durch eine spezielle Bakterien-und Mineralienzusammensetzung im Speichel. "Auch Wölfe haben mitunter Zahnstein", betont Dr. Natalie Dillitzer. Ob ein Hund Zahnprobleme entwickelt, liegt hauptsächlich an der Stellung seiner Zähne im Kiefer sowie der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Besonders häufig von Zahnstein betroffen sind kleinwüchsige Rassen wie der Yorkshireterrier, da bei ihnen die Zähne im Verhältnis zum Kiefer groß geblieben sind, dadurch enger stehen und sich Ablagerungen und Entzündungen schneller bilden.

Futter für den Hund: Was muss drin sein?
Beim Fertigfutter ist die richtige Berechnung für den eigenen Hund relativ einfach: Man richtet sich nach den Angaben der Hersteller und rechnet mit etwa 10 Prozent weniger Futter als angegeben. Bei selbst hergestellten Rationen ist eine sorgfältige Berechnung aller Nährstoffe mit Hilfe von Tabellen in entsprechenden Büchern der einzige Weg. Und vergessen Sie nicht die Leckereien, die Ihr Hund zwischendurch bekommt. Auch in Hundekeksen stecken Kalorien!

Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente sind die Hauptnährstoffe, die in gutem Hundefutter enthalten sein sollten. Sie liefern Energie, die Ihr Hund für die Erhaltung aller lebensnotwendigen Funktionen braucht.

Eiweiß hat den Zweck, Körpergewebe aufzubauen und zu stärken. Die in Eiweiß enthaltenen Aminosäuren sind für den Hund lebensnotwendig. Von ihnen gibt es 25. Davon sind 12 für den Hund essentiell, das heißt, er kann sie nicht selbst aufbauen. Fleisch ist eine besonders hochwertige Eiweißquelle. Ihr Proteingehalt beträgt mindestens 18 Prozent in der Frisch- und etwa die Hälfte davon in der Trockensubstanz. Auch Fisch ist eine gute Alternative für den Hund. Zudem hat das Futter aus dem Meer einen hohen Anteil an Vitamin D und ungesättigten Fettsäuren, die allerdings nur in frischem Fisch vorhanden sind. Bei Fischmehl wurden Vitamin D und Öle entzogen.

Fette bestehen aus Glyzerin und Fettsäuren und liefern lebensnotwendige Säuren, Vitamine (A, D, K und E) und geben dem Hund Energie. Die Linolsäure ist für den Hund wesentlich. Besondere Bedeutung kommt einigen ungesättigten Fettsäuren zu, da sie Einfluss auf Entzündungsreaktionen bzw. die Immunabwehr haben. Ein Hund benötigt pflanzliche sowie tierische Fette, beide sollten im Hundefutter enthalten sein. Achtung: Der Fettanteil im Futter muss jedoch deutlich hinter dem anderer Energieträger wie Protein oder Kohlenhydrate stehen. Andernfalls führt es beim Hund zu Übergewicht.

Fertigfutter für den Hund: trocken oder aus der Dose?
Ob aus Unsicherheit, Zeitmangel oder Bequemlichkeit - wenn Hund Hunger hat, greifen rund 84 Prozent aller Hundebesitzer ins Fertigfutterregal, so eine Studie der Unternehmensberatung BBE. Außerdem fallen bei Single- und Kleinhaushalten oftmals weniger Essensreste ab, die in der Vergangenheit für den Hund gedacht waren, da heute in Haushalten seltener selbst gekocht wird. Kein Grund zur Sorge: In Trocken- und so genanntem Nassfutter sind alle notwendigen Nährstoffe enthalten. Typisches Nassfutter enthält etwa 80 Prozent Wasser, Trockenfutter unter 10 Prozent. Das bedeutet aber, dass mit einer scheinbar kleinen Menge Trockenfutter schnell zu viel gefüttert werden kann! Da Trockenfutter infolge des niedrigen Wassergehalts fünffach höher konzentriert ist, erhält der Hund nämlich viel schneller zu hohe Mengen an Nährstoffen und vor allem Energie. Eine Gefahr bei Feuchtfutter ist der möglicherweise hohe Eiweißgehalt. Achten Sie darauf!

Übrigens: In Fertigfuttermitteln sind Vitamine in sehr hohen Mengen enthalten. Ob enthaltene Vitamine natürlich oder künstlich synthetisiert sind, können Sie aus der Deklaration ersehen: Werden sie unter "Zusammensetzung" aufgelistet, wurden sie künstlich zugefügt, natürlich enthaltene Vitamine findet man nur in der Analyse.

Gut - besser als gut gemeint
Bei der Fütterung "vom Tisch" besteht die Gefahr einer nicht ausgewogenen Ernährung, sofern sie nicht durch Mineralfutter ergänzt wird. Bei Gabe von Fertigfutter sollten Sie Ihrem Hund auf keinen Fall zusätzliche Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium oder Chlorid geben. Besonders gefährlich für den Hund ist ein Überangebot an Kalzium während des Wachstums. Kalzium ist vor allem in Milch und Milchprodukten zu finden, aber auch in Knochen und Eierschalen. Bei hohem Fleischanteil in einer selbst gekochten Ration entsteht dagegen ein Überangebot von Phosphor. Hier muss sorgfältig berechnet werden, welche Zusätze für Ihren Hund richtig sind. Anteile an Phosphor sind in Milchprodukten zu finden, auch in Fleisch, Fisch und Getreide.

Viel Trinken ist wichtig - auch für den Hund
Wasserentzug ist im Gegensatz zum Nahrungsentzug auch beim Hund innerhalb weniger Tage tödlich. Die täglich erforderliche Trinkmenge unterscheidet sich dabei deutlich bei der Fütterung von Nass- bzw. Trockenfutter. Liegt bei einer Gabe von Nassfutter (aus der Dose oder der eigenen Küche) die tägliche Wasserration etwa bei 5 bis 10 ml pro Kilogramm Körpermasse, sollten Sie bei einer Fütterung mit Trockenfutter darauf achten, dass deutlich mehr (40-50 ml) getrunken wird.

Bekommt mein Hund die Ration, die er braucht?
Ein richtig ernährter Hund wirkt vital, er hat ein glattes, glänzendes Fell, normalen Kot- und Urinabsatz. Der Hund sollte kräftige Zähne, gesundes Zahnfleisch und geruchsarmen Atem haben. Die Augen müssen klar und glänzend sein, die Nase sauber, glatt und feucht. Auch die Vitalität des Hundes gibt Auskunft über die Qualität und Ausgewogenheit seiner Ernährung.

Über- oder Untergewicht kann man durch Abtasten beurteilen. Sind die Rippen leicht zu ertasten, ohne dass sie unter der Haut sichtbar sind, so dürfte das Normalgewicht erreicht sein. Zur Kontrolle von Abweichungen nach unten (kommt eher selten vor) oder nach oben (häufiger bekannt) ist regelmäßiges Wiegen wichtig. Als Vergleich sind so genannte Standardgewichte der Rassen wenig geeignet. Man vergleicht besser mit einem normalgewichtigen, gleich großen und ähnlich gebauten Hund. Noch besser ist es, wenn das ursprüngliche Normalgewicht aus der Vergangenheit bekannt ist.

Wie viele Mahlzeiten am Tag sind für meinen Hund sinnvoll?
Ein Hund sollte ein- bis zweimal täglich gefüttert werden und danach eine Ruhephase von mehreren Stunden haben. Für die unterschiedlichen Altersgruppen und Leistungen werden außerdem verschiedene Mengen an Energie und Nährstoffen gebraucht. Ähnlich verhält es sich mit den Eiweißwerten und weiteren Inhaltsstoffen.